Auch nach der von der Bundesregierung beschlossenen Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke bleiben die Strompreise weiter in Bewegung und diese Bewegung scheint auch 2011 nur eine Richtung zu kennen: die nach oben. Trotz der Liberalisierung des Strommarktes sind die
Preise für Strom besonders in den Jahren 2009 und 2010 beständig angestiegen. Das soll sich nach den aktuellen Prognosen auch in 2011 fortsetzen.
Grund für die weiteren Strompreiserhöhungen ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 erheblich zu minimieren. Mindestens 80 % weniger sollen von diesen umweltschädlichen Treibhausgasen bis dahin ausgestoßen werden. Dies wiederum soll vor allem durch den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien erfolgen. Der Ausbau dieser erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Solar- und Windenergie oder auch Stromerzeugung aus Erdwärme, Wasser und Biomasse, kostet Geld. Die Bundesregierung hat deshalb bereits im Jahr 2000 ein so genanntes EEG-Gesetz (Erneuerbare-Energien-Gesetz) erlassen, das im August 2010 erneut aktualisiert wurde.
Durch das EEG-Gesetz regelt der Gesetzgeber die Verteilung der anfallenden Kosten für die Entwicklung und Nutzung von erneuerbaren Energien. In diesem Gesetz wird eine Umlage der zusätzlichen Kosten auf alle Energiekunden festgeschrieben, die so genannte „EEG-Umlage“. Diese zusätzlichen Kosten entstehen für die Stromanbieter unter anderem aus der im EEG-Gesetz festgeschriebenen Forderung, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen von den Netzbetreibern ins Netz eingespeist und dafür ein Festpreis bezahlt werden muss. Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen besitzt dabei Vorrang vor dem Atomstrom. Je mehr Strom aus regenerativen Energiequellen eingespeist wird, desto höher ist in der Regel die EEG-Umlage.
Die aktuellen Prognosen für das Jahr 2011 gehen davon aus, dass die EEG-Umlage um bis zu 70 % steigen wird. Das bedeutet, dass sich eine Kilowattstunde Strom von zirka 2 Cent auf 3,5 Cent verteuern könnte. Die massive Erhöhung der EEG-Umlage wird deshalb prognostiziert, weil davon ausgegangen wird, dass der Anteil der Solarenergie, die in das Netz eingespeist wird, sich in 2011 verdoppeln wird.
Bisher sind das alles noch Prognosen. Auf eine Verteuerung des Strompreises werden Sie sich aber mit ziemlicher Sicherheit einstellen müssen. Hier kann es sich zukünftig immer mehr lohnen, die verschiedenen Stromanbieter miteinander zu vergleichen und gegebenenfalls einen Wechsel vorzunehmen.
Kommentare