Der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers befindet sich zur Zeit in den USA und will den angeschlagenen Autokonzern Opel und vor allem das Werk in Bochum vor der eventuellen baldigen Schließung retten. Er versucht nebenbei im fernen Detroit das dortige Management von General Motors vom Erhalt der deutschen Standorte von Opel zu überzeugen und vielleicht gelingt ihm dieser geniale Coup in den nächsten Tagen.
Es stellt hier sich die entscheidende Frage, wie will er diesen Schachzug zu Stande bringen, den Opel gehört seit 1929 zum weltweiten GM Konzern und ist von den Entscheidungen und den Finanzmitteln des amerikanischen Mutterkonzern total abhängig. Die Automarken Opel und auch die schwedische Marke Saab können ohne die finanziellen Mittel nicht alleine in Europa überleben. Man bedenke hier vor allem auch die gewachsenen Verknüpfungen innerhalb des gesamten General Motors Konzern, der weltweit aktiv ist.
Wie will der selbst ernannte Retter aus NRW die deutschen Standorte in Bochum, Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim vor dem Aus retten, da GM in seinem vorgelegten Rettungsplan weltweit 47.000 Arbeitsplätze in den nächsten Jahren einsparen will und muß, um überhaupt überlebensfähig zu sein. Wobei innerhalb der USA selbst fünf komplette Werke und 26.000 Stellen vom ehemals größten Autobauer der Welt ersatzlos gestrichen werden. Die Zukunft der anderen Automarken, die zum GM Konzern gehören, wurde nur angerissen und hierfür liegen offiziell noch keine genauen Sanierungskonzepte vor.
Man kann zwar hier den Einsatz von Herrn Rüttgers verstehen und auch gut heißen, aber die endgültige Entscheidung fällt in Washington durch die neue US-Regierung, da diese GM weitere Kredite in Höhe von knapp 13 Milliarden US kurzfristig zur Verfügung stellen muß, da Gm sonst Ende März diesen Jahres zahlungsunfähig ist. Die US-Regierung hat mit der eigenen Wirtschaftskrise genug zu tun und daher ist Deutschland für die US-Regierung sehr weit weg und spielt somit überhaupt keine Rolle.
Man kann daher nur hoffen, daß entweder die deutsche Bundesregierung oder ein potenzieller Finanzinvestor mit Weitsicht bei Opel oder gar GM kurzfristig einsteigen muß, da sonst der gesamte Konzern vor dem baldigen Ende steht. Ein Hauptziel bei der kommenden Sanierung muss die Reduktion der vorhandenen Kostenstruktur sein, da diese generell bei GM zu hoch sind und dieses geht nur auf Kosten der Arbeitnehmer, die hierzu den größten Beitrag wie üblich leisten werden und somit ohne Beschäftigung kurzfristig stehen werden.
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