Dienstag, 25. März 2008
Auf der Website www.lifejack.de finden Interessierte die Möglichkeit, ihre Lebens- und Rentenversicherung zu verkaufen.
Der Verkauf einer Lebens- oder Rentenversicherung an einen Dritten wird im Falle einer finanziellen Notlage auch von unabhängigen Beratern häufig empfohlen, da der mögliche Verkaufserlös den Rückkaufwert im allgemeinen übersteigt. Neben dem Verkauf ist auch die Versteigerung der Police möglich.
Als Käufer treten überwiegend Finanzinvestoren auf; Lifejack erwartet jedoch, dass mit der Einführung der Abgeltungssteuer der Kauf einer bestehenden Lebens- oder Rentenversicherung auch für private Investoren lohnend sein wird; die Möglichkeit, als Privatperson derartige Verträge zu kaufen, wird von Lifejack als ein zukunftsträchtiges Geschäft bezeichnet.
Verkäufer sind derzeit überwiegend Vermittler, die durch die Nutzung der Plattform ihr Haftungsrisiko minimieren können; aber jede Privatperson kann ebenfalls Verträge zum Verkauf einstellen. Auf der Plattform wird die Frage, wie es bei einem Verkauf mit der Todesfallabsicherung bestellt ist, damit beantwortet, dass dieser im allgemeinen für den ursprünglich benannten Versicherungsnehmer erhalten bleibe, eine Änderung dieser Person jedoch mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Versicherers möglich sei.
Als besonderes Angebot kann der Verkäufer einer Lebensversicherung die komplette Abwicklung Lifejack übertragen, wofür er eine Gebühr von 199 Euro zahlt. Als Provision zahlen Käufer und Verkäufer jeweils 1 % des erzielten Preises. Zusätzlich zu Käufen und Verkäufen bietet Lifejack die Möglichkeit, die Renditeaussichten einer bestehenden Renten- oder Lebensversicherung zu errechnen; dieser Service ist kostenlos.
Bewertung: Die Seite baut sich ordentlich schnell auf; alle benötigten Informationen sind leicht zu finden. Trotz ihres englischen Namens vermeidet sie weitere überflüssige Anglizismen, sondern ist in gutem und verständlichen Deutsch verfasst.
Das Einstellen eines Versicherungs-Vertrages zum Verkauf ist einfach. Der Hinweis, dass eine Versteigerung vermutlich einen höheren Ertrag erbringt als ein Direktverkauf, ist inhaltlich zutreffend, wenn das Angebot von vielen potentiellen Käufern genutzt wird. Mit der Möglichkeit für Privatpersonen, Renten- und Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt zu erstehen, wird sich die Anzahl der Nutzer mit Sicherheit erhöhen, sodass die prognostizierten zunehmenden Renditen sehr wahrscheinlich sind.
Die für den Kauf oder Verkauf erhobene Provison ist in Ordnung; ob die zusätzliche Gebühr für die Komplettabwicklung durch Lifejack sich für den Verkäufer einer Versicherung wirklich lohnt, erscheint jedoch als fraglich. Der Aufwand, die benötigten Daten bei der Versicherungs - Gesellschaft einzuholen und die Abwicklung zu überwachen, ist nicht so groß, dass die Arbeitserleichterung einen entsprechenden Gegenwert erreicht. Als kleinen Kritikpunkt an der Bereitstellung von Informationen ist anzumerken, dass beim Lesen der Bedingungen leicht der irrige Eindruck entstehen kann, mit dem Entgelt für den Komplettservice wäre die Provision hinfällig.
Dass die Provision nur bei einem erfolgreichen Abschluss der Transaktion fällig wird und keine Einstellgebühr berechnet wird, erscheint als fair. Die von Lifejack angewandten Sicherheiten zur Identifizierung des Teilnehmers sowie bei der Datenübertragung erscheinen als ausreichend.
Kritisch anzumerken ist, dass eine Vereinfachung des Policenverkaufs leicht zu einer Zunahme dieser Geschäftsvorfälle führen kann. Jeder, der eine Renten-oder Lebensversicherung verkauft, muss sich darüber im Klaren sein, dass er die Absicherung für sein Alter aufgibt.
Ein Verkauf ist besser als die Kündigung bei der Lebensversicherung; häufig ist aber das Beleihen einer Versicherung der bessere Weg zur Abfederung einer vorübergehenden finanziellen Krise.
Der Renditerechner ist ein Instrument zur Bewertung eines bestehenden Vertrages. Nicht nachvollziehbar ist, warum bei einem Vertrag, dessen Anpassung in Höhe der Inflationsrate erfolgt, zwingend deren aktuelle Höhe einzugeben ist, da die Infaltionsrate bekannt ist und sie im System hinterlegt werden kann. Bei der testweisen Eingabe von Versicherungsdaten wurden in Einzelfällen Ergebnisse erzielt, bei denen die prognostizierten minimalen und maximalen Renditen um mehr als 35 Prozentpunkte voneinander abwichen; diese Abweichung reduziert den Nutzen des Renditerechners erheblich.
|
Kommentare