Seit einigen Jahren boomt er wieder, der Markt mit den steuerbegünstigten Immobilien. Ganz unversehens wird mancher ahnungsloser Zeitgenosse zum unglücklicher Besitzer einer
Eigentumswohnung. Erst viel später merkt er, auf was er sich tatsächlich eingelassen hat.
Anruf zur Steuerpolitik
Wohl schon jeder hat diesen Anruf bekommen: Die Anfrage, wie man es mit dem Steuernsparen hält. Es klingt ganz neutral, wie eine Meinungsumfrage. Tatsächlich arbeitet das CallCenter für einen Immobilienvertrieb. Der einzige Sinn und Zweck des Anrufes ist es, ob der Angerufene potentiell finanzierbar ist (alle weiteren Fragen sind vernebelndes Beiwerk).
Das Spiel mit Angst und Hoffnung
Das In Kenntnis der grundsätzlichen Finanzierbarkeit des Angerufenen wird jetzt ein Köder ausgeworfen. Schlüsselworte sind „Steuernsparen“ und „Altersvorsorge“. Ein Spiel mit den Emotionen, Hoffnung und Angst. Wie kann man also es den Reichen nachtun, die gar keine Steuern bezahlen? Wie kann man sich im Alter absichern? Durch den Erwerb einer steuerbegünstigten Immobilie, lautet die Antwort der psychologisch geschulten Topverkäufer diverser sich seriös gebärdender Vertriebsorganisationen. Immobilien sind sicher. Grundbuch statt Sparbuch. Der Staat hat es geprüft, deswegen die Steuervorteile, lautet die krause Logik der Verkaufsgurus. Kein eigenes Geld? Kein Problem. Die Finanzierung erfolgt durch Banken. Und die haben natürlich die Werthaltigkeit geprüft. Ein weiterer Beweis für die Seriosität des Geschäftes.
Alles rechnet sich von alleine
Trotz der Fremdfinanzierung sei das Ganze leicht zu schultern. Durch die ersparten Steuern und die Mieteinnahmen rechne sich das Ganze praktisch von alleine. In 10 Jahren werde man die Wohnung wieder verkaufen. Mit Gewinn natürlich. Jeder wisse schließlich, dass Immobilien im Wert immer gestiegen sind, der Kaufpreis werde sich in diesem Zeitraum gewiss verdoppeln.
Zeitdruck wird aufgebaut
Weil das Ganze so ein großartiges Geschäft sei, stünden die Käufer Schlange. Umgehend muss ein Termin beim Notar gemacht werden, damit man sich die Wohnung sichere. Mit dem Notartermin hat der Kunde den Köder geschluckt und hängt fest an der Angel. Jetzt muss nur noch die Finanzierung besorgt werden, dann ist das Geschäft perfekt. Können die Versprechungen gehalten werden? Trägt sich die Wohnung von alleine? Kann man später wieder verkaufen? Regelmäßig nicht. Regelmäßig sind die Kosten deutlich höher als prognostiziert. Der Verkauf der Wohnung nach 10 Jahren erscheint ausgeschlossen. Der versprochene Gewinn ist eine Illusion.
Späterer Weiterverkauf ausgeschlossen
Die Bauträger, Anbieter denkmalsgeschützter Wohnungen mit Schwerpunkten in Leipzig und anderen ostdeutschen Großstädten, platzieren die Wohnungen zum Preis von 40 bis 60fachen Jahresmieten. Völlig unrealistisch für den späteren Weiterverkauf nach 10 Jahren. Auf der Grundlage der für den Kapitalanleger maßgebliche Ertragswertberechnung wird er nur eine 10 bis 15fache Jahresmiete erwarten können, also ein Viertel dessen, was er selber beim Erstkauf bezahlt hat. Der Verkaufserlös wird also nicht ausreichen, die bestehende Restdarlehensschuld auszugleichen. Der Verkauf ist nach 10 Jahren deshalb praktisch unmöglich.
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Seit ihrer Gründung hat die Schutzgemeinschaft unzähligen Anlegern mit Rat und Tat beigestanden. Das sehen wir als unsere Aufgabe an. Wir wollen informieren, über die Initiatoren von Kapitalanlagen, über die Verwalter, über die finanzierenden Banken: also über alle Beteiligten auf der Verkäuferseite.
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http://www.openpr.de/news/190617/Steuerbeguenstigte-Immobilien-der-Weg-zum-un-gluecklichen-Wohnungseigentuemer.html
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